Die Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel ist eine essenzielle Maßnahme zur Gewährleistung der Arbeitssicherheit und zur Vermeidung von Unfällen durch elektrische Defekte. In Deutschland gibt es klare gesetzliche Vorgaben und Normen, die die Prüfung dieser Betriebsmittel regeln.
Rechtliche Grundlagen
Die rechtlichen Anforderungen zur Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel sind in verschiedenen Vorschriften festgelegt:
- Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG): Arbeitgeber sind verpflichtet, sichere Arbeitsbedingungen zu gewährleisten.
- Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV): Enthält Anforderungen an die Sicherheit von Arbeitsmitteln und deren Prüfung.
- DGUV Vorschrift 3 (ehemals BGV A3): Bestimmt die Prüfintervalle und Anforderungen für elektrische Betriebsmittel.
Normen zur Prüfung
Die wichtigsten Normen zur Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel sind:
- DIN VDE 0701-0702: Diese Normen legen die Prüfverfahren für Wiederholungsprüfungen sowie Erstprüfungen nach Reparaturen fest.
- DIN EN 50678 (VDE 0701): Regelt die Erstprüfung von elektrischen Geräten nach einer Instandsetzung.
- DIN EN 50699 (VDE 0702): Bezieht sich auf Wiederholungsprüfungen zur Sicherstellung der Betriebssicherheit.
Prüfablauf
Die Prüfung erfolgt in mehreren Schritten:
- Sichtprüfung: Kontrolle auf äußerliche Beschädigungen.
- Messung elektrischer Werte:
- Schutzleiterwiderstand
- Isolationswiderstand
- Berührungsstrom
- Schutzleiterstrom
- Funktionsprüfung: Test auf einwandfreie Funktionstüchtigkeit.
- Dokumentation: Alle Prüfergebnisse müssen dokumentiert und nachvollziehbar aufbewahrt werden.
Prüfintervalle
Die Intervalle für die Prüfung sind abhängig von der Nutzungshäufigkeit und der Arbeitsumgebung:
- Bürobereich: Alle 24 Monate
- Werkstatt und Produktion: Alle 12 Monate
- Baustellen: Alle 3 Monate
Wer darf prüfen?
Die Prüfung darf nur von einer “befähigten Person” durchgeführt werden. Dies sind in der Regel Elektrofachkräfte oder entsprechend geschulte Personen, die über fundierte Kenntnisse der Normen und Vorschriften verfügen.
Fazit
Die Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel ist ein zentraler Bestandteil des Arbeitsschutzes. Arbeitgeber sind verpflichtet, die gesetzlichen Vorgaben und Normen einzuhalten, um die Sicherheit der Mitarbeiter zu gewährleisten und rechtliche Konsequenzen zu vermeiden. Durch regelmäßige und fachgerechte Prüfungen können Unfälle vermieden und die Lebensdauer elektrischer Betriebsmittel verlängert werden.